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Der lange Weg : Das Weingut der Brüder Parra liefert seit vielen Jahren ausgesprochen solide Weinqualitäten mit bester Alltagstauglichkeit. Bei einem Routinebesuch von Jean Natoli, Önologe aus Montpellier, und Peter Riegel entstand 1999 gemeinsam mit den beiden unternehmungslustigen Brüdern die Idee, dieser herben, und eher kargen Landschaft und ihren fast am Boden kriechenden Weinbergen einen auch nach internationalen Maßstäben außergewöhnlich Rotwein abzutrotzen. Noch rechtzeitig vor der Lese wurde ein neuer Gärtank angeschafft, in dem die besten Trauben der Sorte Cencibel (so heißt die Sorte Tempranillo in der Mancha) nach dem aufwändigen Verfahren der Kohlensäuregärung verarbeitet werden konnten. Önologenkollege Vicente Sanchez reiste rechtzeitig zur Ernte nach Montpellier um sich letzte Instruktionen zu holen und diese dann vor Ort umsetzen zu können. Unverletzte, von Hand Hand geerntete ganze Trauben werden in einem großen offenen Behälter vergoren. Auf den Früchten liegt eine Schicht Kohlensäure, die vor Oxydation schützt. Die Gärung beginnt langsam im Innern der Beeren, bis diese aufplatzen und nach und nach der Saft austritt, der Kontakt mit den die wertvollsten Aromen enthaltenden Schalen ist so besonders intensiv. Nach etwa 12 Tagen wird der ausgetreten Saft abgezogen und die verbleibende Masse ausgepresst, dieser besonders viel Farb- und Gerbstoffe enthaltende Presswein wird getrennt weiter ausgebaut, wie der eigentliche Wein vorerst in Edelstahltanks. Nach Abschluß der alkoholischen Gärung wird der Wein in Barriques gelegt. Für CELSIUS haben 7 verschiedene Tonneliers aus Frankreich und Spanien das jeweils feinste Holz aus französischer und amerikanischer Eiche ausgewählt. Während der kommenden 14 Monate wird jedes Fässchen laufend kontrolliert, Verluste durch Verdunstung werden mit zurückbehaltenem Wein ausgeglichen, um auch hier Luftkontakt auszuschließen. Im Februar 2000 dann der erste spannende Augenblick. Jean Natoli und Peter Riegel treffen sich mit Xavier und Francisco Parra, um die Assemblage, die Komposition für das künftige Cuvee festzulegen. Noch handelt es sich um sozusagen rohe Weine, noch nicht filtriert und ungestüm. Hier sind vor allem die Vorstellungskraft des Önologen, sein ?Händchen' und natürlich seine ganze Erfahrung gefragt, um aus fast 40 Einzelmustern letztlich ein Harmonisches Ganzes zu schaffen. Nicht alle Bestandteile erweisen sich als würdig, die Barriques von zwei Tonneliers haben nicht das gewünschte Ergebnis gebracht, das amerikanische Holz wird als zu intensiv empfunden uns soll nur als würzende Prise eingesetzt werden. Der zurückbehaltene Wein soll dem Wein zusätzlich Komplexität und vor allen Frucht schenken, die im Barrique gerne von den Holzaromen überdeckt wird. Und ein wenig vom allein verkostet hart wirkenden Presswein sorgt dafür, dass das viele Fleisch des Weines von einem soliden Gerüst gestützt wird. Noch herrscht ängstliche Unsicherheit, ob das Ergebnis stimmt, der Keller ist im Februar so kalt, dass eine endgültige Beurteilung schwer fällt. Zwei Flaschen werden abends bei optimaler Temperatur im Restaurant nachverkostet und sorgen allgemein für Zufriedenheit und Entspannung (und die Zentralheizung des restaurants endlich wieder für warme Füße). Nun werden in den kommenden Wochen die Muster weiter verkostet und das Ergebnis im Labor in Montpellier kontrolliert. Die festgelegte Assemblage wird im Keller zusammengestellt, die Einzelbestandteile sollen sich nun im großen Fass vermählen, bevor der Wein im Sommer abgefüllt wird, um in der Flasche noch einmal 3-4 Monate zur Marktreife heranzureifen. Zuhause am doch deutlich wärmeren Bodensee erzählen wir dem amerikanischen Künstler Robert Steward die Geschichte der Entstehung von CELSIUS°, die Herkunft, die sengende Hitze, in der die Trauben gereift sind, die eiskalten Füße und tropfenden Nasen, die wir uns in der winterlichen Mancha geholt haben, die feuchtfröhlicheNacht, in der wir zu viert in 3 Sprachen uns wild gestikulierend an die Namenssuche machten . Eine Originalradierung entsteht, die unser Grafiker in verschiedene Etikettenentwürfe umsetzt. Während im Weinberg gerade die Trauben für den hoffentlich ebenso guten 2001er vollends reifen, setzen wir die letzten Moaiksteinchen zusammen zu einem Ganzen, das nun im Oktober 2001 endlich der Öffentlichkeit präsentiert werden wird. gerade Weineinsteiger bevorzugen meist mildere Weine. Sie sind die guten Weinkunden von morgen. Manche mögens einfach immer etwas süßer. Camino Lindo ist die halbtrockene Version des erfolgreichen Camino Tinto. Auf der letzten Biofach vorgestellt und schon jetzt ein Riesenerfolg. Sollte in keinem Weinregal fehlen Empfehlung: Pasta und Pizza, guter Laune | |||||||||||||||||||||||||||||||
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